Dr. Bernhard im Oberdorf

 

Im Herzen der Pyrenäen

Als der Nebel nach der Bergfahrt von Perpignan aus aufriss, war das, als ob der Vorhang eines Theaters aufgehe; der Blick wurde nach der Blindfahrt im Nebel plötzlich frei für das Panorama der  in der Sonne liegenden Pyrenäen. Das war vor Burg Madame auf der französischen Seite der Grenze, welche mitten durch die Ortschaft geht, die auf der spanischen Seite dann Puigcerda heisst. Doch da war man noch lange nicht am Ziel; über zwei Pässe, der eine ist 2400 Meter hoch, ging es weiter: beim Eindunkeln trafen wir in Andorra la Vella ein, der auf gut 1000 Meter Höhe liegenden Hauptstadt. Hier fand die Generalversammlung der Schweizer Reise- und Tourismusjournalisten, «presstourism.ch» statt, die neu «Tourisme Press» heisst.

Die Reise in den Pyrenäenstaat, der nicht der EU angehört und in welchem «Katalanisch» die Landessprache ist, musste, wie im Beitrag beschrieben mit Bus und Auto organisiert werden,  da Andorra über keinen nahegelegenen Flughafen und keinen internationalen Bahnhof verfügt.

In Andorra finden sich auch kleine Paradiese. Da sind einmal die Weinberge, welche einige malerische Häuser umgeben. In welchen sich auch ein gutes Dutzend zutrauliche Katzen tummeln. Hier ergeben sich gute Gespräche mit Eric Anderset, dem «Consul Honorari  Suissa» und wir erfahren einiges über den Weinbau, der auf dieser Höhe eine spezielle Kultivierung erfordert – das erinnert an den «Heidawein», der auf den höchsten Weinbergen überhaupt im Wallis angebaut wird.

Der Besuch in der Tabakfabrik zeigt, dass hier das Klima herrscht, um die Tabakpflanzen anbauen  und zu verarbeiten zu können. Das geschah früher in eindrücklicher Kleinarbeit der Andoranerinnen. Auf gefährlichen Passagen wurde der Tabak auf Maultieren über die Berge nach Frankreich geschmuggelt; geschummelt wird immer noch, wenn auch nicht mehr so abenteuerlich.

Eine Motivation zum Schmuggel bieten auch die vielen Läden, die ihre Produkte steuerfrei anbieten. Auf einigen Markenartikeln sind die Einsparungen gross, aber nicht auf allen: So sind im Mediamarkt Fotokameras in Andorra wie etwa die P900 von Nikon sogar ohne Steuern rund zwanzig Prozent teurer als in Konstanz.

Eindrücklich sind auch die vielen Hotels. Das Holiday Inn liegt im Zentrum einen Steinwurf vom nur 4'500 Zuschauer fassenden Fussballstadion «Estadi National» entfernt, das aber mit der Flutlichtanlage internationalen Auflagen genügt.

Gut beherbergt konnten wir Kräfte sammeln für eine lange Rückfahrt mit über tausend Kilometer, für die wir mehr als zwölf Stunden benötigten. Mit auf den Weg nahmen wir unser Fazit: Andorra ist wieder eine Reise wert.

Bernhard im Oberdorf


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